Hauptfriedhof Stuttgart (Bad Cannstatt)

Während des Ersten Weltkriegs (1914–1918) wurde der Hauptfriedhof Stuttgart, welcher sich im Stadtteil Bad Cannstatt befindet, eröffnet. Das genaue Eröffnungsdatum ist der 28.01.1918. Mit einer Fläche von heute 29.6 Hektar und etwa 15.000 Grabstellen ist der Hauptfriedhof Stuttgart in Bad Cannstatt der zweitgrößte Friedhof der Baden-Württembergischen Landeshauptstadt nach dem Waldfriedhof Stuttgart mit einer Fläche von 30,7 Hektar. Aufgrund der Größe musste der Hauptfriedhof Stuttgart in 120 Abteilungen gegliedert werden. Ein detaillierter Plan gibt Auskunft über die verschiedenen Abteilungen, Zufahrtswege, Gehwege und Gebäude des Hauptfriedhofs in Bad Cannstatt.

Erweiterungen der Friedhofsfläche fanden in den Jahren 1955 bis 1986 insgesamt fünf Mal statt. Dies wurde nötig, weil der Zuzug in die Metropolregion Stuttgart nicht abriss.

Die Gebäude des Hauptfriedhof Stuttgart in Bad Cannstatt

Durch den sehr alten Baumbestand wirkt der Hauptfriedhof Stuttgart wie ein Landschaftspark. Er dient der Erholung, der Trauer und des Erinnerns. Auf dem Hauptfriedhof befindet sich eine Unterstellhalle, eine Pergolalaube und bewegliche Sitzgelegenheiten, Brunnen und Wasserstellen, die den Charakter eines Landschaftsparks verstärken. Ferner gibt es eine große Feierhalle, die für die Verabschiedung des Verstorbenen bzw. der Verstorbenen genutzt werden kann. Im Jahre 1913 schrieb die Stadt Stuttgart einen Wettbewerb zur Gestaltung der Friedhofsanlage aus. Diesen Wettbewerb gewannen die Stuttgarter Architekten Ludwig Eisenlohr und Oscar Pfennig, woraufhin sie ihre Pläne realisiere durften. Weil aber der Erste Weltkrieg im Jahre 1914 begann und bis 1918 dauerte, konnten die beiden Architekten ihre Vision erst 1916 in die Tat umsetzen. Der Bau und die Gestaltung des Hauptfriedhofs Stuttgart dauerte drei Jahre – bis 1919. Der ursprüngliche Entwurf wurde in abgespeckter Form umgesetzt. So entfiel beispielsweise der eigentlich vorgesehene Kirchenbau.

Die verschiedenen Gräberfelder

Auf dem Hauptfriedhof in Bad Cannstatt (Stuttgart) gibt es diverse Gräberfelder, die thematisch voneinander abgegrenzt werden. So finden hier Armenier, Diakonissinnen, Euthanasieopfer des NS-Verbrecherstaats, Fliegeropfer, Muslime, Rotkreuzschwestern und Zwangsarbeiter ihre letzte Ruhe.

Die Lage des Hauptfriedhofs Stuttgart

Es gibt mehrere Eingänge zum Hauptfriedhof. Zwei Eingänge liegen nördlich an der Zuckerbergstraße. Ein Eingang liegt im Osten ganz in der Nähe des Israelitischen Friedhofs und zwei Eingänge liegen an der Steinhaldenstraße, wo sich auch die Parkplätze des Hauptfriedhofs befinden. Die Steinhaldenstraße verleiht dem Hauptfriedhof Stuttgart auch den Namen Steinhaldenfriedhof. Direkt an der Steinhaldenstraße liegt auch das Leichenhaus sowie die Feierhalle und ein Begegnungsraum sowie das Verwaltungsgebäude.

Der Israelitische Friedhof auf dem Hauptfriedhof Stuttgart in Bad Cannstatt

An der Ziegelbrennerstraße gibt es einen separaten Eingang zum Israelitischen Friedhofsteil. Für Juden ist es wichtig, dass die Gräber auf ewig bestehen. Außerdem gibt es die Religionsvorschrift, dass der Leichnam nur vollständig bestattet werden darf – es darf also eigentlich keine Feuerbestattung stattfinden. Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel. Der Israelitische Friedhof auf dem Hauptfriedhof Stuttgart wurde zwischen 1938 und 1940 angelegt, da auf dem Pragfriedhof die Plätze knapp wurden. Auch auf dem Pragfriedhof Stuttgart gibt es einen israelitischen Friedhofsteil.

Anschrift

Hier ist die Adresse:
Steinhaldenstraße 52
70378 Stuttgart
Weitere Informationen erhalten Sie gerne unter: 0711 – 411 91 90

Anfahrt

Anfahrt Bus Linie 54
U-Bahn Linie U2
Haltestelle Hauptfriedhof
Für eine genaue Anfahrt mit Bus und Bahn:www.vvs.de