Welche Arten von Friedhöfen gibt es?

Es gibt verschiedene Arten von Friedhöfen, die sich nur geringfügig voneinander unterscheiden. Die Gemeinsamkeit aller Friedhöfe ist, dass dort die Überreste, als Asche oder als Leichnam, begraben sind. Ein Parkfriedhof ist wie ein Park aufgebaut, der zum Spazieren und Sitzen einlädt. Parkfriedhöfe sind meist sehr groß und weitläufig und verschönern das Stadtbild.

Welche Arten von Friedhöfen gibt es?
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Ein Waldfriedhof hat sehr viele Bäume und die Gräber finden sich an den Wurzeln der Bäume. Dafür muss der Leichnam vor der Bestattung an den Wurzeln kremiert sein. Schilder erinnern an die Verstorbenen, weil keine Grabsteine auf einem Waldfriedhof erlaubt sind. Hierbei ist es wichtig und empfehlenswert, die Bäume zur Bestattung zuvor auszusuchen, weil nicht alle Bäume auf einem Waldfriedhof gleich gut zu erreichen sind. Waldfriedhöfe gelten als besonders naturverbundene Bestattungsform. Dabei gibt es auch die Möglichkeit, die Asche an den Wurzeln der Bäume zu verstreuen. Dort dient die Asche und die darin enthaltenen Mineralien und Kohlenstoff als Nährstoff für den Baum. Die Grabpflege wird vom Friedhofsträger übernommen. Der älteste Waldfriedhof Deutschland liegt in München. So wird ein Kreislauf aufrechterhalten.

Von Stadtfriedhöfen, Alleequartierfriedhöfen, Ehrenfriedhöfen und weiteren Friedhof Varianten

Auf Alleequartierfriedhöfen befinden sich klar voneinander abgegrenzte Gräber. Diese sind in Reihe angelegt. Ihren Namen haben sie von den als Alleen gestalteten Hauptwegen. Die Friedhöfe haben rechteckige Grabfelder mit klarer Wegführung. Nicht so wichtige Wege sind schmaler. Oftmals sind einzelne Gräber von Hecken umrahmt. Der bekannteste Vertreter eines Alleequartierfriedhofs ist der im Jahre 1874 eröffnete Friedhof Staaken in Berlin. Der Dorffriedhof bzw. Kirchfriedhof ist wohl der älteste Friedhofstyp. Die Gräberfelder bestehen aus Erdgräbern, welche um die dortige Dorfkirche herum angelegt sind. Sie sind recht klein, haben ein gepflegtes Äußeres und eine familiäre Atmosphäre. Die Familienchronologien können hier teilweise über viele Jahre zurückverfolgt werden. Aufgrund der Überalterung der deutschen Bevölkerung, sind viele Dorffriedhöfe überbelegt und bieten nur wenig Platz für neue Bestattungen. Manchmal haben die Angehörigen der Kirchengemeinde oder Bewohner des Dorfes Sonderrechte beim Erwerb eines Grabes. Der Jacobsfriedhof in Weimar wurde im 12. Jahrhundert angelegt. Hier sollen Friedrich Schiller und Lucas Cranach beerdigt sein. Ein Stadtteilfriedhof ist ähnlich wie ein Parkfriedhof, hat aber einen Bezug zum entsprechenden Stadtteil. Auf Ehrenfriedhöfen werden im Krieg gefallene Soldaten geehrt. Die Gräber sind oftmals alle identisch gestaltet, um die Gleichheit aller Leben darzustellen. Neben den Gräbern finden sich auch Ehrenmale, Gedenksteine oder -tafeln. Ein Beispiel hierfür ist der Ehrenfriedhof in Lübeck.

Auf Friedhöfen gibt es die verschiedensten Möglichkeiten, beerdigt zu werden. In letzter Zeit ist die Feuerbestattung im Trend. Immer mehr Menschen werden kremiert, also eingeäschert. Danach sind die Beerdigungsformen sehr vielfältig. Zum Beispiel kann die Urne in einem Urnenreihengrab oder einem Urnenwahlgrab beigesetzt werden. Zudem besteht die Möglichkeit, die Urne in einer Urnenstele, einem Rasengrab oder einer Urnenwand beizusetzen. Letztere Grabarten auf einem Friedhof sind weniger pflegeintensiv, was vielen Familien, aufgrund häufiger werdender Umzüge, entgegenkommt. Sonst muss sich ein Angehöriger mindestens 20 Jahre um das Grab und dessen Pflege kümmern.  

Neben dem Urnengrab gibt es das klassische Erdgrab. Auch hier wird zwischen Erdwahlgrab und Erdreihengrab unterschieden. Der Verstorbene bzw. die Verstorbene wird in einem Sarg hinab in die Erde gelassen. Die Trauergäste haben die Möglichkeit, sich am Grab von dem Verstorbenen bzw. der Verstorbenen zu verabschieden. Für Juden, Muslime sowie orthodoxe Christen ist die Bestattungsform Erdbestattung durch ihre Religion bzw. Glaubensrichtung sogar Pflicht. Eine Feuerbestattung kommt für diese drei Glaubensformen nicht in Betracht.