Die Glaubensrichtung Christentum - Drei Kreuze im Untergang der Sonne

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Das Christentum als Glaubensrichtung

Mehr als zwei Milliarden Anhänger auf der ganzen Welt

Die Glaubensrichtung Christentum gehört zu den monotheistischen Weltreligionen und ist mit rund zwei Milliarden Anhängern die Größte davon. Neben dem Christentum gibt es noch das Judentum, den Islam, den Hinduismus und den Buddhismus – alle fünf aufgezählten Religionen ähneln sich darin, dass ihnen viele Menschen angehören. Grundlage des Christentums ist das Judentum. Christentum und Islam heißen auch „abrahamitische Religionen“, weil sie auf einen gemeinsamen Stammvater, Abraham, zurückgehen.
Die Lehren des Christentums sind in der Heiligen Schrift, der Bibel, niedergeschrieben. Die Bibel ist die Grundlage des christlichen Glaubens und lehrt eine ethische Lebensweise, die über das Leben im Jenseits entscheidet – Erlösung oder Verdammnis. Die Bibel gliedert sich in das Alte Testament, die Geschichten, die auch das Judentum kennt, und das Neue Testament, das durch Jesus Christus geprägt ist, welches das Judentum nicht kennt.

Die zentrale Rolle des Gottessohn Jesus Christus

Die wichtigste Rolle im Christentum spielt der Gottessohn Jesus Christus. Jesus wurde von Maria, der Bibel nach, jungfräulich geboren. Ihr wurde der Retter der Welt durch einen Engel angekündigt. Danach wurde sie schwanger und gebar Jesus, der die Welt errettete. Laut der christlichen Botschaft lebte Jesus etwa 30 Jahre lang, bis er sich Taufen ließ. Danach begann er über Sünder zu sprechen, Gleichnisse zu erzählen und Pharisäer sowie Götzendienste anzuprangern. Weil er die damals geltende Ordnung in Frage stellte, geriet er ins Visier der damals herrschenden Römer. Pontius Pilatus ließ ihn daraufhin an ein Kreuz annageln, wo Jesus Christus wenig später starb. Am dritten Tage jedoch war der Leichnam verschwunden, Jesus Christus, der Erlöser der Welt, hatte den Tod überwunden, sitzt nun zu Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters. Die Auferstehung ist die Quintessenz des Christentums. Ohne die Auferstehung gäbe es auch keine Weltreligion Christentum. Durch die Überwindung des Todes erlöst Jesus die Menschheit von der Erbsünde, die seit Adam und Eva wie ein Damoklesschwert über den Menschen hängt. Zentrales Symbol des Christentums ist deshalb das Kreuz, an das Jesus Christus angenagelt wurde, um zu sterben und dann doch den Tod zu überwinden und aufzuerstehen. Nach der Auferstehung wurde er von seinen Anhängern als Messias verkündet, dessen Kommen im Alten Testament prophezeit wurde.

Die Symbole des Christentums

Als zentrales Symbol des Christentums gilt neben dem Kreuz die brennende Kerze. Dabei steht das Licht und die Flamme für die Überwindung des Todes durch Jesus Christus. Die Dunkelheit, also der Tod, sind durch die Flamme Christi erleuchtet, eben nicht mehr dunkel. Die Botschaft Jesu dringt bis in den Tod und kündigt die Auferstehung nach dem Jüngsten Gericht an. Weil die Flamme das wichtigste Symbol neben dem Kreuz ist, brennt in Kirchen immer ein Licht, das Licht des Lebens, weil Jesus den Tod überwunden hat.

Die Spaltung der Kirche – die Konfessionen

Im Christentum gibt es zwei unterschiedliche Konfessionen und zwei große Kirchen, die getrennt sind. Zu den Konfessionen gehören die katholische und die evangelische Kirche. Martin Luther führte mit seinem Anschlag der 95 Thesen im Jahre 1522 zur Reformation und damit zur Gründung der evangelischen Kirche.   

Die Spaltung der Kirche in eine katholische und eine orthodoxe Richtung wird Morgenländisches Schisma genannt. Dieses Schisma erfolgte um das Jahr 1054 und hält bis heute an. Neben religiös-weltanschaulichen Unterschieden ist besonders der Fakt interessant, dass es für orthodoxe Christen nicht möglich ist, sich einäschern zu lassen und eine Feuerbestattung durchzuführen.