Der Islam - Muslime Mecca Ramadan

© [desdemona72] / Adobe Stock

Der Islam – Die zweitgrößte Weltreligion

Der Islam teilt mit den anderen monotheistischen Religionsgemeinschaften des Christentums und des Judentums unter anderem den Glauben an einen einzigen Gott. Der Koran ist die Heilige Schrift des Islams, die durch den Propheten Mohammed überliefert wurde. Mit über 1,7 Milliarden Muslimen gehört der Islam zu den zweitgrößten Weltreligionen. Dabei ist der Islam keineswegs eine einheitliche Glaubensgemeinschaft. Es existieren einige unterschiedliche Glaubensrichtungen. Jedoch wird hauptsächlich zwischen Sunniten und Schiiten unterschieden. Diese Unterteilung spiegelt jedoch nicht die komplizierte Struktur innerhalb des Islams wider. Die Komplexität dieser Religion lässt eine einheitliche Auslegung nicht zu und ist auch der Grund, warum islamischen Gemeinden die Inbetriebnahme von eigenen Friedhöfen verwehrt wird.
Zentraler Aspekt des Islams ist die Vorherbestimmung des Lebens und das Eintreten des Todes durch den allmächtigen Gott. Dennoch trägt der Mensch die volle Verantwortung für sein Handeln im Diesseits und beeinflusst somit die Entscheidung beim Jüngsten Gericht über Erlösung und Verdammnis.
Die islamischen Bestattungsrituale helfen dabei dem gläubigen Moslem, dieses Gericht zu bestehen. Hierbei müssen folgende Aspekte beachtet werden:

  • Der Tote muss direkt nach dem Ableben auf die rechte Seite gelegt werden, während das Gesicht auf die Qibla, die Gebetsrichtung nach Mekka, ausgerichtet ist.
  • Der/Die Verstorbene wird von einer Person, die entweder vorher auserwählt wurde oder zum Verwandtenkreis und zum gleichen Geschlecht gehört, gewaschen. Die Waschung wird allein vollzogen.
  • Daraufhin findet die Salbung und die Einhüllung in das Leichentuch statt
  • Im Anschluss wird das Totengebet gesprochen

Unterdessen stößt man auf Konfliktpunkte zwischen islamischer Tradition und deutschen Bestimmungen. Dazu gehören unter anderem folgende Punkte:

  • Der islamische Totenbrauch besagt, dass die Bestattung innerhalb der ersten 24 Stunden nach Eintreten des Todes stattfinden muss. Die deutsche Rechtsprechung sieht jedoch eine Beerdigung frühestens 48 Stunden nach dem Tod vor.
  • In Deutschland herrscht in vielen Bundesländern aus hygienischen Gründen eine Sargpflicht. Der Islam hat hierfür nur die Einhüllung in ein Leichentuch vorgesehen, da im Koran geschrieben steht, dass man aus der Erde kommt und am Ende wieder zu dieser zurückgelangt.
  • Die Ausrichtung des Grabes muss ebenfalls der Qibla zugewandt sein. Dafür müssten die hiesigen Friedhöfe ihre Gräber umstellen.
  • Das Schließen des Grabes durch Angehörige des Toten ist ein islamisches Ritual, das im Widerspruch zur deutschen Regelung steht

Trotz dieser Reibungspunkte zwischen Traditionen und gesetzlichen Bestimmungen bestehen vermehrt Kompromisse durch die Friedhofsverwaltung, um eine für beide Parteien zufriedenstellende und würdige Zeremonie zu gewährleisten.
Darüber hinaus führt der Umstand, dass Muslime nicht mit Andersgläubigen bestattet werden dürfen zu islamischen Abteilungen auf deutschen Friedhöfen.