Freimaurerische Bestattung

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Die Bestattung der Freimaurer

Die Freimaurer sind eine geschlossene Männergesellschaft (freimaurische Gesellschaft), die im 18. Jahrhundert gegründet wurde. Ziel der Gesellschaft ist die individuelle geistige Vervollkommnung, frei von der religiösen, ethnischen oder politischen Herkunft. Obwohl die Freimaurer keine Religionsgemeinschaft bilden, haben sie einen genau festgelegten Bestattungsablauf, der immer noch praktiziert wird.

Es existiert ein offizielles Ritual seit 1954. An der schlichten Trauerfeier, die in einer kirchlichen Kapelle oder einer städtischen Feierhalle stattfindet, kann auch die Öffentlichkeit teilnehmen. Der Sarg muss möglichst schlicht und nur mit dem Blumenschmuck der Angehörigen dekoriert sein. Am Fuß- oder Kopfende liegen die von dem Verstorbenen zum Zeitpunkt seines Todes getragenen Ehrenzeichen: der Schurz, das Bijou und sonstiges. Die Dekoration muss vorher mit dem Vorsitzenden der Freimaurerloge abgesprochen werden.

Drei Leuchten werden um den Sarg gestellt. Die erste Leuchte wird am Kopfende rechts, die zweite am Fußende rechts und die dritte am Fußende links platziert. Bei der Trauerfeier steht der Meister vom Stuhl auf und seine beiden Aufseher platzieren sich bei den Leuchten an den Sargecken.

Die Trauerfeier beginnt mit einer musikalischen Einleitung, wobei der Meister vom Stuhl und seine Aufseher am westlichen Eingang des Raumes stehen. Während der Musik schreiten sie langsam mit den entzündeten Kerzen gen Osten, und dabei entsteht ein symbolisches Dreieck. Beim Erreichen des Sarges gibt es eine Schweigeminute. Dann verneigen sich der Meister vom Stuhl und die Aufseher vor dem Sarg und gehen zu den Leuchten, wo die Kerzen auf die Säulen gesteckt werden und gesagt wird: „Weisheit im Leben! Stärke im Tode! Schönheit im ewigen Licht!“. Ein Nachruf (Nekrolog) wird vom Osten oder Westen des Sarges her gesprochen. Die Zeremonie wird in Form einer Kette durchgeführt, die durch die versammelten Brüder der Loge und den Meister von Stuhl mit seinen Aufsehern gebildet wird. Dabei werden die Rosen auf den Sarg niedergelegt.