Kleiner Engel mit Blumenschmuck zur Beisetzung
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In die Ferne blickend - an den Verstorbenen denkend
Katherina aus Stuttgart
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Trauerbewältigung Trauergespräch - die Gruppe hilft über den Schmerz hinweg

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Die Trauerbewältigung

Der Verlust eines geliebten Angehörigen kann sehr plötzlich kommen. Auf solch einen Trauerfall ist man nie vorbereitet. Dabei werden sehr intensive Emotionen im Menschen hervorgerufen, die sehr aufwühlend sind. Die Trauer ist ergreifend und der Mensch wird aus seiner gewöhnlichen Umlaufbahn gerissen. Er gerät in ein seelisches Ungleichgewicht, das auszugleichen viel Zeit in Anspruch nimmt. Jedoch erlaubt es unsere Gesellschaft nicht, sich eine ausreichende und angemessene Auszeit zu nehmen. Stattdessen müssen wir nach kurzer Zeit wieder „funktionieren“. Daher sollte man im ersten Schritt der Trauerbewältigung großen Wert auf eine schöne Trauerfeier legen, um von dem Angehörigen gebührend Abschied nehmen zu können.

Man unterscheidet zwischen verschiedenen Phasen der Trauerbewältigung. Diese jedoch können unterschiedlich lang und miteinander verschmolzen sein. Jeder erlebt diese Phasen individuell und muss somit seine eigene Art der Trauerbewältigung, die in vier Phasen gegliedert wird, finden.

1.Phase: Das Nicht-Wahr-Haben-Wollen

Kurz nach dem Sterbefall sind die Angehörigen noch unter Schock. Man will es nicht wahrhaben, dass ein Angehöriger verstorben ist. Man leugnet es und es vergeht eine Weile, bis man an den Punkt des Realisierens angelangt.

2.Phase: Das Aufbrechen von Emotionen

Hier versinkt der Mensch in einem wahren Gefühls-Chaos: Angst, Wut, Freude, Trauer und Verzweiflung. Diese Gefühlsausbrüche werden unkontrollierbar und brechen unverhofft aus. Dabei hängt die Intensivität dieser Gefühlsausbrüche von der Nähe zum Verstorbenen ab. Je enger die Beziehung war, desto heftiger das Gefühls-Chaos. Dabei ist zu beachten, dass jede Art von Gefühle auch zugelassen werden müssen, um Depressionen zu vermeiden.

3.Phase: Die Neuordnung

Es findet eine allmähliche Wiederkehr zum Alltag statt. Man kann wieder stückweise Freude empfinden. Man sammelt sich und ordnet sich wieder neu. Es findet eine Eingewöhnung statt, in der man schrittweise realisiert, dass der Verstorbene nicht mehr unter ihnen weilt.

4.Phase: Das Akzeptieren
In dieser Phase erreicht man nun sein seelisches Gleichgewicht wieder. Es bestehen keine Einschränkungen und Beeinträchtigungen im Alltag mehr. Der Verlust wurde akzeptiert und man hat Mittel und Wege gefunden, damit umzugehen. Der Umgang mit diesen Phasen und deren Dauer hängen sehr stark von der betroffenen Person ab. Wichtig hierbei ist jedoch, dass die trauernde Person, ihre Emotionen zulässt und Wege findet, ihre Trauer zu verarbeiten, beispielsweise durch Niederschreiben der persönlichen Gefühle, sich Angehörigen anvertrauen und sich Zeit nehmen für die Trauerbewältigung.